Wie viel Ladeleistung liefert eine normale Haushaltssteckdose?
Eine normale Schuko-Steckdose ist für 16 Ampere Dauerbetrieb zugelassen. Für das stundenlange Laden eines Elektroautos empfiehlt der ADAC aber nur höchstens 10 Ampere, das entspricht etwa 2,3 Kilowatt. Diese niedrigere Grenze schützt die Steckdose und die Leitung dahinter vor der Dauerlast, die ein mehrstündiger Ladevorgang verursacht.
Das mitgelieferte Ladekabel für die Haushaltssteckdose heißt Notladekabel. Eine kleine Box im Kabel begrenzt dabei die Ladeleistung und spricht mit dem Auto. Diese Box drosselt den Strom meist selbst auf 10 Ampere, unabhängig davon, was die Steckdose theoretisch hergeben würde.
- Schuko-Steckdosen sind für Geräte ausgelegt, die kurz hohe Ströme ziehen, etwa einen Wasserkocher, nicht für Stunden am Stück auf demselben Niveau.
- Ältere Steckdosen und Leitungen sind oft gar nicht auf eine Dauerlast von 2,3 Kilowatt über mehrere Stunden geprüft.
- Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen zwischen Auto und Wand erhöhen das Risiko zusätzlich und gehören beim Laden nicht in die Leitung.
Ein Hinweis auf das Alter Ihrer Installation ist die Steckdose selbst. Runde, unverriegelte Schuko-Steckdosen ohne Kindersicherung und ohne sichtbares Prüfzeichen stammen häufig aus einer Zeit, in der niemand an stundenlange Dauerlasten gedacht hat. Ein Baujahr der Elektroinstallation vor dem Jahr 2000 ist für sich allein kein Ausschlusskriterium. Es spricht aber dafür, die Leitung vor dem ersten Ladevorgang prüfen zu lassen, statt erst nach einem Zwischenfall.
Warum wird aus einer Schuko-Steckdose beim Laden ein Brandrisiko?
Eine Schuko-Steckdose wird zum Brandrisiko, wenn sie über viele Stunden am Stück nahe ihrer Belastungsgrenze läuft. Kommen Alterung oder ein loser Kontakt an der Klemmstelle dazu, steigt die Gefahr. Ein Wasserkocher oder Haartrockner zieht hohe Ströme nur wenige Minuten. Ein Elektroauto zieht sie acht, zehn oder mehr Stunden am Stück, und genau diese Dauer macht den Unterschied.
Steigt an einer Kontaktstelle durch Alterung oder eine unsaubere Installation der elektrische Widerstand, entsteht dort Wärme. Bei einem kurz laufenden Gerät kühlt die Stelle zwischen den Einsätzen wieder ab. Bei stundenlangem Laden bleibt sie durchgehend heiß, bis im ungünstigen Fall der Stecker oder die Dose schmilzt. Deshalb raten sowohl Autohersteller als auch der ADAC übereinstimmend davon ab, eine Haushaltssteckdose als dauerhafte Ladelösung zu nutzen.
Ein Brand durch dauerhaft überlastete Leitungen betrifft auch Ihre Versicherung. Wohngebäude- und Hausratversicherer dürfen ihre Leistung kürzen, wenn Sie den Schaden grob fahrlässig herbeigeführt haben. Ein über Monate im Dauerbetrieb überlastetes Notladekabel kann in diese Kategorie fallen. Eine einmal geprüfte Leitung mit dokumentiertem Ergebnis ist deshalb nicht nur eine technische, sondern auch eine versicherungsrechtliche Absicherung.
Wie lange dauert eine Vollladung an der Haushaltssteckdose?
Mit 2,3 Kilowatt an der Haushaltssteckdose dauert eine Vollladung je nach Akku rund 13 bis 33 Stunden. Ein Akku mit 30 Kilowattstunden braucht rund 13 Stunden, einer mit 50 Kilowattstunden rund 22 Stunden und einer mit 77 Kilowattstunden rund 33 Stunden. Das ist deutlich länger als an jeder Wallbox und oft länger, als eine einzelne Nacht reicht.
| Akkukapazität | Ladezeit mit 2,3 kW |
|---|---|
| 30 Kilowattstunden, kleiner Stadtwagen | rund 13 Stunden |
| 40 Kilowattstunden, Kleinwagen | rund 17 Stunden |
| 50 Kilowattstunden, Kompaktklasse | rund 22 Stunden |
| 77 Kilowattstunden, Oberklasse | rund 33 Stunden |
Für die meisten Akkugrößen reicht eine einzelne Nacht an der Steckdose nicht für eine Vollladung. Selbst ein Nachladen von 20 oder 30 Prozent dauert schon mehrere Stunden. Wer täglich pendelt, lädt an der Steckdose deshalb meist nur nach, nie ganz voll.
Für einen Vielfahrer, der täglich mehr als 40 Kilometer pendelt, reicht die Steckdose damit dauerhaft nicht. Der tägliche Verbrauch von 8 bis 10 Kilowattstunden lädt zwar in vier bis fünf Stunden nach. Über Wochen summiert er sich aber zu genau der Dauerlast, vor der ADAC und Hersteller warnen. Wer nur am Wochenende kurze Strecken fährt und selten mehr als einmal im Monat lädt, bleibt mit dem reduzierten Notladekabel noch im Rahmen einer Notlösung.
Welche Zwischenlösung bietet eine CEE-Steckdose?
Eine CEE-Steckdose in Blau, wie sie von Campingplätzen bekannt ist, ist robuster gebaut als eine Schuko-Steckdose. Sie ist für 16 Ampere Dauerlast ausgelegt, das ergibt einphasig rund 3,7 Kilowatt. Sie ist damit eine Zwischenlösung zwischen der Haushaltssteckdose und einer festen Wallbox, aber kein vollwertiger Ersatz für eine normgerechte Ladeeinrichtung. Die Wallbox-Installationskosten hängen vom Gerät und vom Aufwand beim Einbau ab.
Für den Dauerbetrieb muss der Elektrofachbetrieb trotzdem einen eigenen Stromkreis mit passendem Schutz vor Fehlerstrom einrichten. Erkennt das Ladegerät selbst keine gefährlichen Gleichfehlerströme, schreibt die Norm für Ladeeinrichtungen den teureren FI-Schalter vom Typ B vor. Das ist derselbe wie bei einer festen Wallbox.
Was sollte der Elektriker vor dem Dauerladen an der Steckdose prüfen?
Bevor Sie regelmäßig an einer Steckdose laden, sollte ein Elektrofachbetrieb Leitung, Sicherung und Kontakte prüfen, nicht nur die Steckdose selbst.
- Alter und Querschnitt der Zuleitung vom Zählerschrank bis zur Steckdose feststellen.
- Sicherung des Stromkreises prüfen und, wenn nötig, auf einen eigenen, nur für diese Steckdose reservierten Stromkreis umlegen.
- FI-Schalter mit höchstens 30 Milliampere Auslösestrom nachrüsten, falls noch keiner vorhanden ist.
- Steckdose und Klemmstellen auf Alterung und festen Sitz prüfen, besonders bei Installationen, die älter als 20 Jahre sind.
- Bei regelmäßigem Bedarf gleich die Umrüstung auf eine CEE-Steckdose oder eine Wallbox besprechen, statt die Schuko-Steckdose weiter zu belasten.
Bei Unsicherheit über den Zustand einer älteren Installation misst der Elektrofachbetrieb Steckdose und Zuleitung während eines probeweisen Ladevorgangs mit einer Wärmebildkamera nach. Diese Thermografie macht ungleichmäßige Erwärmung an Klemmstellen sichtbar, bevor daraus ein Schaden wird. Sie liefert Ihnen ein dokumentiertes Ergebnis, das Sie bei einer Versicherungsfrage vorlegen können.
Fragen Sie den Elektrofachbetrieb auch nach dem Baujahr der Installation, wenn Sie es nicht selbst kennen. Ein Blick in den Zählerschrank und die Absicherung verrät oft schon, ob die Anlage seit der letzten größeren Renovierung für zusätzliche Dauerlasten ausgelegt wurde. Diese Auskunft kostet meist nur wenige Minuten und erspart Ihnen die Unsicherheit, ob Ihre bisherige Ladepraxis überhaupt vertretbar war.
Wann brauchen Sie stattdessen eine Wallbox?
Für alle, die regelmäßig zu Hause laden, ist eine Wallbox die einzige Lösung, die für die Dauerlast gebaut ist. Sie wird normgerecht abgesichert und beim Netzbetreiber ordentlich angemeldet.
Laden Sie öfter als gelegentlich, etwa mehrmals pro Woche über mehrere Stunden?
Eine Wallbox ist die richtige Lösung. Die Haushaltssteckdose ist für diese Dauerlast nicht gebaut.
Ist die Leitung zur Steckdose neu, mit ausreichendem Querschnitt und eigenem Stromkreis geprüft?
Gelegentliches Laden mit reduziertem Strom über das Notladekabel ist vertretbar.
Lassen Sie die Leitung vor jeder weiteren Nutzung vom Elektriker prüfen, unabhängig davon, wie selten Sie laden.
Häufige Fragen
Kann ich mein Elektroauto dauerhaft an einer normalen Steckdose laden?
Nein, eine normale Haushaltssteckdose ist für das dauerhafte Laden eines Elektroautos nicht gebaut. Der ADAC empfiehlt höchstens 10 Ampere Dauerstrom, das sind 2,3 Kilowatt. Selbst das ist nur eine Notlösung, weil Steckdose und Leitung sonst über Stunden an ihrer Belastungsgrenze laufen.
Wie lange dauert es, ein Elektroauto an der Steckdose voll zu laden?
Ein Akku mit 50 Kilowattstunden braucht an der Haushaltssteckdose mit 2,3 Kilowatt rechnerisch rund 22 Stunden für eine Vollladung. Das ist deutlich länger als eine einzelne Nacht. Für den täglichen Bedarf reicht die Steckdose deshalb meist nur zum Nachladen, nicht zum vollständigen Aufladen.
Warum warnen ADAC und Hersteller vor dem Dauerladen an der Steckdose?
ADAC und Fahrzeughersteller warnen vor dem Dauerladen an der Steckdose, weil die stundenlange Last Kontakte und Leitung stärker belastet als jedes normale Haushaltsgerät. Ein erhöhter Widerstand an einer Klemmstelle kann dabei zu Überhitzung führen. Ein einzelner Ladevorgang ist unkritisch, gefährlich wird erst die dauerhafte, tägliche Nutzung.
Was ist eine CEE-Steckdose, und bringt sie mehr Sicherheit als eine Schuko-Steckdose?
Eine CEE-Steckdose, meist blau und von Campingplätzen bekannt, ist robuster gebaut als eine Schuko-Steckdose. Sie ist für 16 Ampere Dauerlast ausgelegt, das ergibt einphasig rund 3,7 Kilowatt. Sicherer wird sie aber erst mit einem eigenen Stromkreis und passendem Schutz vor Fehlerstrom, den ein Elektrofachbetrieb einrichten muss.
Reicht das mitgelieferte Notladekabel für regelmäßiges Laden?
Das mitgelieferte Notladekabel begrenzt den Ladestrom meist selbst auf 10 Ampere und eignet sich für gelegentliches Laden, nicht für den regelmäßigen Betrieb über Monate. Wer öfter als gelegentlich zu Hause laden will, sollte auf eine feste Wallbox oder mindestens eine CEE-Steckdose mit geprüfter Leitung umsteigen.
Ab wann lohnt sich eine Wallbox statt der Steckdose?
Eine Wallbox lohnt sich, sobald Sie mehrmals pro Woche über mehrere Stunden zu Hause laden. Nur sie ist für diese Dauerlast normgerecht abgesichert und beim Netzbetreiber angemeldet. Wer nur wenige Male im Jahr an der Steckdose nachlädt, kann mit dem reduzierten Notladekabel und einer vorab geprüften Leitung vorerst weitermachen.
