Wie weit im Voraus sind Elektrobetriebe ausgebucht?
Der Fachverband der Elektrohandwerke (ZVEH) hat im Frühjahr 2026 Betriebe befragt. Danach sind 13,7 Prozent höchstens 14 Tage im Voraus ausgebucht. Weitere 21,3 Prozent sind es zwei bis vier Wochen. Nur gut ein Drittel der Betriebe hat also weniger als vier Wochen Vorlauf, der Rest ist länger ausgebucht. Über alle Handwerksberufe hinweg lag der Durchschnitt im Frühjahr laut dem Dachverband des Handwerks (ZDH) bei 8,9 Wochen.
Die Zahlen zeigen: Manche Betriebe haben schon in zwei Wochen Zeit, viele erst später. Fragen Sie deshalb bei mehreren Betrieben an, statt lange auf einen einzigen zu warten. Bei einer einfachen Reparatur lohnt sich die Anfrage auch bei kleinen Betrieben, nicht nur bei den großen.
Wo finden Sie einen Betrieb mit freier Kapazität?
Drei Wege führen zu einem Betrieb, der noch Termine vergibt. Das sind die Handwerkersuche Ihrer Handwerkskammer, die Fachbetriebssuche des Fachverbands ZVEH und die örtliche Elektro-Innung. Eine Innung ist der Zusammenschluss der Handwerksbetriebe einer Region. Alle drei listen nur Betriebe, die in der Handwerksrolle stehen. Bei der Innung können Sie zusätzlich fragen, welches Mitglied gerade freie Termine hat. Sie kennt ihre Mitglieder persönlich.
| Weg | Was Sie bekommen | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Handwerkersuche der Handwerkskammer | Liste aller in der Handwerksrolle eingetragenen Betriebe der Region | Kein Hinweis auf freie Kapazität, mehrere Betriebe parallel anfragen |
| Fachbetriebssuche des Fachverbands | Elektrobetriebe, die zusätzlich Innungsmitglied sind | Enger gefasst als die Handwerksrolle, dafür oft mit Leistungsschwerpunkt |
| Direkte Anfrage bei der Elektro-Innung | Persönlicher Hinweis, welches Mitglied aktuell Termine frei hat | Nicht jede Region hat eine Geschäftsstelle mit Vermittlung |
Rufen Sie im Zweifel direkt bei der Geschäftsstelle an und schildern Sie kurz Ihr Anliegen. Manche Geschäftsstellen vermitteln aus dem Stand einen passenden Betrieb.
Wie stellen Sie eine Anfrage, die schneller einen Termin bringt?
Eine vollständige Anfrage spart dem Betrieb einen Rückruf und Ihnen Zeit in der Warteschlange. Nennen Sie Art und Umfang der Arbeit so genau wie möglich. Legen Sie ein Foto der betroffenen Stelle bei. Ein Betrieb, der die Arbeit vorab einschätzen kann, plant sie leichter in eine Lücke zwischen zwei größeren Aufträgen ein.
- Mehrere offene Kleinarbeiten im Haushalt sammeln, statt für jede einzeln anzufragen.
- Art, Ort und ungefähren Umfang jeder Arbeit stichpunktartig aufschreiben.
- Foto der betroffenen Stelle machen, etwa von der defekten Steckdose oder vom Zählerschrank.
- Zeitfenster nennen, in denen Sie flexibel sind, statt nur einen Wunschtermin.
- Mehrere Betriebe parallel anfragen und den ersten freien Termin bestätigen.
- Bei Zusage sofort schriftlich bestätigen, damit der Termin nicht an einen anderen Kunden geht.
Diese Angaben gehören in jede Anfrage:
- Art der Arbeit: was genau defekt oder gewünscht ist.
- Ort im Gebäude: welcher Raum, welche Etage, gegebenenfalls welcher Stromkreis.
- Seit wann das Problem besteht oder wie dringend die Erweiterung ist.
- Erreichbarkeit für einen Rückruf, damit Rückfragen den Termin nicht verzögern.
- Zugang zum Gebäude, etwa ob ein Schlüssel hinterlegt werden kann.
Welche Abkürzungen sollten Sie meiden?
Ein Monteur ohne Eintrag in der Handwerksrolle hat vielleicht schneller Zeit. Er ist aber keine Abkürzung, sondern ein neues Risiko. Zahlen Sie ihn bar ohne Rechnung, ist der Vertrag nichtig, und Sie verlieren jede Gewährleistung. Das zeigt der Ratgeber zum Elektriker beauftragen im Einzelnen. Bei Arbeiten, die Ihre Anlage verändern, etwa am Zählerschrank, fehlt einem solchen Monteur meist auch der Eintrag beim Netzbetreiber. Ohne ihn gibt der Netzbetreiber die Arbeit nicht frei.
Auch Vermittlungsportale beschleunigen selten etwas. Sie leiten Ihre Anfrage an mehrere Betriebe weiter, ohne deren Auslastung zu kennen. Am Ende warten Sie genauso lange wie bei einer eigenen Anfrage, nur mit einem Vermittler mehr in der Kette.
Ein dritter Umweg ist die Anfrage bei vielen Betrieben gleichzeitig, ohne je eine zu bestätigen oder abzusagen. Das kostet die Betriebe Zeit für unverbindliche Rückrufe. Sagen Sie deshalb einem Betrieb verbindlich zu, sobald Sie einen passenden Termin haben. Sagen Sie den anderen zeitnah ab, damit deren Kapazität für andere Kunden frei wird.
Auch das vermeintlich günstige Angebot von jemandem, der nur nebenbei elektrisiert, bleibt riskant. Ohne Eintrag und ohne Prüfung der fertigen Arbeit fehlt Ihnen im Streitfall jeder Nachweis für fachgerechte Arbeit. Ein regulärer Betrieb stellt dagegen ein Prüfprotokoll aus. Das können Sie später Versicherung, Käufer oder Vermieter vorlegen.
Was tun Sie bei einem Notfall?
Ein kompletter Stromausfall, sichtbare Funken oder Brandgeruch sind kein Fall für die reguläre Terminsuche. Dann rufen Sie den Notdienst. Was er kostet und welche Kostenfallen es gibt, steht im Ratgeber zu den Kosten eines Elektriker-Notdienstes. Dort lesen Sie auch, wann sich der Notdienst überhaupt lohnt und wann eine Sicherung bis zum nächsten Morgen warten kann.
Der Notdienst ergänzt die Terminsuche für den Fall akuter Gefahr. Er kostet einen deutlichen Aufschlag gegenüber dem Werktagstermin, weil der Betrieb dafür seinen laufenden Terminplan unterbricht. Ist ein Ausfall dringend, aber ungefährlich, fahren Sie mit einem regulären Termin am nächsten Tag meist deutlich günstiger. Ein Beispiel ist eine Steckdose in der Küche ohne Strom.
Sehen oder riechen Sie Funken, Rauch oder verschmorte Kabel, oder ist der ganze Strom weg?
Notdienst rufen. Hier zählt jede Minute, ein regulärer Termin ist zu spät.
Betrifft der Ausfall nur einen Stromkreis oder ein Gerät, ohne erkennbare Gefahr?
Ein regulärer Termin reicht. Bündeln Sie die Arbeit mit weiteren offenen Punkten und fragen Sie bei mehreren Betrieben an.
Schildern Sie den Fall telefonisch einem Betrieb und bitten Sie um eine schnelle Einschätzung.
Häufige Fragen
Wie lange sind Elektrobetriebe im Voraus ausgebucht?
Fast zwei Drittel der Elektrobetriebe sind mehr als vier Wochen im Voraus ausgebucht. Das zeigt eine Umfrage des Fachverbands ZVEH aus dem Frühjahr 2026. Nur 13,7 Prozent haben höchstens 14 Tage Vorlauf. Über alle Handwerksberufe hinweg liegt der Durchschnitt laut dem Dachverband ZDH bei 8,9 Wochen.
Wie finde ich schnell einen freien Elektriker in meiner Nähe?
Am schnellsten finden Sie einen freien Elektriker über drei Wege. Das sind die Handwerkersuche Ihrer Handwerkskammer, die Fachbetriebssuche des Fachverbands ZVEH und eine direkte Anfrage bei der Elektro-Innung vor Ort. Fragen Sie parallel bei mehreren Betrieben an. Nur die Innung kann Ihnen persönlich sagen, welches Mitglied gerade Termine frei hat.
Sollte ich mehrere kleine Elektroarbeiten für einen Termin sammeln?
Ja, das beschleunigt Ihre Suche. Ein Betrieb plant einen einzelnen, klar umrissenen Auftrag leichter in eine Lücke im Terminplan ein als mehrere kurze Anfragen nacheinander. Notieren Sie Art, Ort und Umfang jeder Arbeit, bevor Sie anfragen.
Ist ein Monteur ohne Eintrag in der Handwerksrolle eine sinnvolle Abkürzung?
Nein, ein Monteur ohne Eintrag in der Handwerksrolle ist keine sinnvolle Abkürzung. Bezahlen Sie ihn ohne Rechnung, ist der Vertrag nichtig, und Sie verlieren jede Gewährleistung. Bei Arbeiten an der Anlage selbst fehlt ihm zudem meist der nötige Eintrag beim Netzbetreiber.
Was mache ich, wenn es ein Notfall ist und kein regulärer Termin frei ist?
Bei einem Notfall wie komplettem Stromausfall, Funken oder Brandgeruch rufen Sie den Notdienst eines Elektrobetriebs, statt auf einen regulären Termin zu warten. Löst dagegen nur eine einzelne Sicherung aus, reicht in aller Regel der nächste Werktag.
