Was kostet ein Elektriker-Notdienst?
Ein Notdiensteinsatz besteht aus vier Posten: Anfahrt, Arbeitszeit, Zuschlag und Material. Eine amtliche Statistik zu den Stundensätzen im Elektrohandwerk gibt es nicht, weder beim Statistischen Bundesamt noch bei den Handwerkskammern oder beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Jeder Betrieb kalkuliert seinen Stundenverrechnungssatz selbst. Darin stecken der Lohn des Monteurs, die Sozialabgaben, die Kosten für Fahrzeug, Werkzeug und Büro sowie ein Gewinnanteil.
Eine Untergrenze lässt sich trotzdem belegen. Seit dem 1. Januar 2026 gilt im Elektrohandwerk ein allgemeinverbindlicher Branchenmindestlohn von 14,93 Euro je Stunde, ab 2027 sind es 15,49 Euro und ab 2028 16,10 Euro (Zoll, Übersicht Branchen-Mindestlöhne). Ein Stundensatz, der diesen Lohn plus Abgaben, Fahrzeug und Gewinn trägt, liegt deshalb zwangsläufig ein Mehrfaches darüber. Ein Angebot, das mit einer Gesamtsumme von 30 oder 40 Euro wirbt, kann keinen Elektriker eine Stunde lang beschäftigen. Es ist ein Lockpreis, und der Rest kommt vor Ort dazu.
Der Zuschlag ist der Posten, an dem sich seriöse und unseriöse Anbieter unterscheiden. Die Verbraucherzentrale Hessen nennt in ihrer Pressemitteilung vom 27. Mai 2025 einen Rahmen von 50 bis 70 Prozent des Rechnungsbetrags für Nacht- und Notdienstzuschläge. Höhere Zuschläge bezeichnet sie als branchenunüblich. Wichtig ist der Bezug: Der Zuschlag gehört nur auf die Arbeits- und Fahrtzeit, nicht auf das Material. Ein FI-Schalter kostet nachts nicht mehr als tagsüber.
| Posten | Was üblich ist | Warnsignal |
|---|---|---|
| Anfahrt | Eine Pauschale oder Kilometer vom Betriebssitz, bei einem ortsansässigen Betrieb nur innerhalb des Ortes | Anfahrt aus einer anderen Stadt, obwohl die Vorwahl örtlich klang; Anfahrt zweimal berechnet |
| Arbeitszeit | Stundensatz des Betriebs, nach angefangenen Viertel- oder halben Stunden abgerechnet | Pauschale ohne Zeitangabe; Zeit für das Warten auf einen zweiten Monteur |
| Zuschlag Nacht, Wochenende, Feiertag | Höchstens 50 bis 70 Prozent des Rechnungsbetrags, nur auf Arbeits- und Fahrtzeit | Zuschlag auf das Material; mehrere Zuschläge übereinander (Nacht plus Notdienst plus Wochenende) |
| Material | Kleinteile zum Listenpreis, größere Teile nach Rücksprache | Ein Vielfaches des Ladenpreises; Teile, die nicht eingebaut wurden |
Ist es ein Notfall oder liegt die Störung beim Netzbetreiber?
Viele Notdiensteinsätze wären vermeidbar, weil die Ursache nicht in der Wohnung liegt. Der Strom in Deutschland fällt selten aus. Die Bundesnetzagentur hat für 2024 eine durchschnittliche Unterbrechungsdauer von 11,7 Minuten je Verbraucher im ganzen Jahr gemessen. Gezählt werden dabei nur Ausfälle über drei Minuten. Wenn der Strom aber ausfällt, ist in den meisten Fällen zuerst eine Sicherung gefallen, und die schalten Sie selbst wieder ein. Erst wenn die Sicherung sofort wieder auslöst oder wenn das ganze Haus dunkel ist, brauchen Sie Hilfe von außen.
- Sicherungskasten öffnen und nachsehen, ob eine Sicherung (der Schalter für einen einzelnen Stromkreis) oder der FI-Schalter (der große Schalter mit Prüftaste) auf Aus steht.
- Alle Geräte des betroffenen Stromkreises ausstecken, dann den Schalter einmal einschalten. Bleibt er oben, stecken Sie die Geräte einzeln wieder ein. Das Gerät, bei dem der Schalter fällt, ist die Ursache.
- Löst der Schalter ohne angeschlossene Geräte sofort wieder aus, ist der Fehler in der festen Installation. Dann lassen Sie den Stromkreis aus und rufen einen Elektrofachbetrieb. Das ist ein Fall für den Notdienst, wenn Heizung, Kühlung oder ein medizinisches Gerät daran hängen.
- Ist die ganze Wohnung dunkel und im Sicherungskasten nichts gefallen, fragen Sie die Nachbarn oder sehen Sie auf die Straßenbeleuchtung. Sind andere betroffen, liegt die Störung im Netz.
- Bei einer Netzstörung rufen Sie die Störungsnummer des Netzbetreibers an, nicht einen Elektriker. Der Netzbetreiber ist das Unternehmen, dem die Leitungen gehören. Er steht mit seiner Codenummer auf Ihrer Stromrechnung, seine Störungsnummer steht meist auf dem Zählerschrank.
- Bei Brandgeruch, Rauch, Funken oder verschmorten Steckdosen schalten Sie den Hauptschalter aus und rufen bei offenem Feuer die 112. Alles andere hat Zeit bis zum nächsten Werktag, wenn der Stromkreis ausgeschaltet bleibt.
Woran erkennen Sie einen unseriösen Notdienst am Telefon?
Unseriöse Anbieter erkennen Sie vor dem Einsatz, nicht erst auf der Rechnung. Die Verbraucherzentralen und das Landeskriminalamt Niedersachsen beschreiben seit Jahren dieselben Muster. Sie beginnen bei der Suche im Netz: Vermittlungsplattformen legen für Hunderte Orte identische Seiten an, jeweils mit dem Ortsnamen im Titel und einer Telefonnummer mit örtlicher Vorwahl. Die Nummer landet in einem Callcenter, das den Auftrag an einen Betrieb weitergibt, der 30 oder 50 Kilometer entfernt sitzt. Die lange Anfahrt steht dann auf Ihrer Rechnung.
- Die Website hat kein Impressum oder nennt nur einen Firmennamen ohne Anschrift. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt als weiteres Warnzeichen den Zusatz GmbH in Gründung auf Rechnungen.
- Dieselbe Seite gibt es mit anderem Ortsnamen noch einmal. Kopieren Sie einen Satz der Seite in die Suche und Sie sehen die Kopien.
- Am Telefon gibt es keine Preisauskunft, keinen Stundensatz und keine Anfahrtspauschale. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen zählt die verweigerte Preisauskunft zu den sichersten Warnsignalen.
- Es wird mit einem sehr niedrigen Betrag geworben, oft über eine kostenfreie 0800-Nummer. Das LKA Niedersachsen beschreibt das Muster: mit geringen Beträgen locken und vor Ort unüblich hohe Kosten fordern.
- Der Anbieter will Bargeld oder drängt zum Geldautomaten. Seriöse Betriebe schreiben eine Rechnung und akzeptieren Überweisung.
- Der Anrufer nennt auf Nachfrage weder Firmennamen noch Anschrift noch den Namen des Monteurs, der kommen soll.
Die Beträge, um die es geht, sind erheblich. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schildert im Januar 2026 einen Rohrreinigungsfall, in dem ein vermittelter Handwerker 1.370 Euro per EC-Karte kassierte, ohne den Schaden zu beheben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband berichtet von Forderungen von 1.000 Euro und mehr an Feiertagen. Für einen Elektriker-Notdienst gilt dasselbe Muster wie für Schlüssel- und Rohrdienste, weil derselbe Vermittler oft alle drei Gewerke unter verschiedenen Namen anbietet.
Welcher Preis ist noch üblich und ab wann ist es Wucher?
Ohne Preisabsprache gilt die übliche Vergütung als vereinbart, das schreibt das Gesetz so vor. Üblich heißt der Preis, den Elektrobetriebe am Ort für dieselbe Leistung zur selben Zeit verlangen, einschließlich eines angemessenen Nachtzuschlags. Schreibt ein Notdienst nach dem Einsatz einfach eine Rechnung, ohne vorher einen Preis genannt zu haben, erklärt er damit selbst, dass dieser Preis üblich ist. Das hat der Bundesgerichtshof so entschieden.
Die Grenze nach oben zieht das Gesetz selbst. Ein Vertrag ist nichtig, wenn jemand die Zwangslage eines anderen ausnutzt und sich dafür eine Leistung versprechen lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zur Gegenleistung steht. Das ist der Wucher des Zivilrechts. Der Bundesgerichtshof hat am 16. Januar 2020 für einen bundesweit tätigen Schlüsseldienst entschieden: Schon das Ausgesperrtsein aus der eigenen Wohnung ist regelmäßig eine Zwangslage. Ein Werklohn, der den üblichen Marktpreis um mehr als das Doppelte übersteigt, erfüllt dann den Straftatbestand des Wuchers. Zusätzlich lag hier Betrug vor. Wer nachts ohne Strom in der Wohnung sitzt, befindet sich in derselben Lage wie der Ausgesperrte.
Drei Gerichtsentscheidungen zeigen, wo die Grenze liegt. Ein Elektriker-Notdienst verlangte an einem Samstag 395 DM Festpreis für eine halbe Stunde Arbeit und 35 Kilometer Anfahrt, das Dreifache des ortsüblichen Entgelts. Das Amtsgericht Langenfeld erklärte den Vertrag 1998 für nichtig, der Kunde musste die restlichen 245 DM nicht zahlen.
| Gericht und Datum | Fall | Ergebnis |
|---|---|---|
| Bundesgerichtshof, 16. Januar 2020 | Schlüsseldienst rechnete bundesweit mehr als das Doppelte des üblichen Preises ab | Ausgesperrtsein ist eine Zwangslage. Mehr als das Doppelte des Marktpreises ist strafbarer Wucher, zugleich Betrug |
| Amtsgericht Langenfeld, 5. Juni 1998 | Elektriker-Notdienst an einem Samstag, 35 Kilometer Anfahrt, halbe Stunde Arbeit, Festpreis 395 DM, das Dreifache des ortsüblichen Entgelts | Vertrag wegen Wuchers nichtig. Der Kunde hatte 150 DM gezahlt, die Klage auf die restlichen 245 DM wurde abgewiesen |
| Landgericht Kleve, 7. August 2018 (Vorinstanz zum BGH-Urteil) | Verurteilung der Betreiber des Schlüsseldienstes | Vom Bundesgerichtshof im Ergebnis bestätigt |
Für Sie heißt das: Ein Preis bis etwa zum Doppelten des Üblichen ist ärgerlich, aber meist wirksam vereinbart, wenn Sie ihn vorher akzeptiert haben. Alles darüber müssen Sie nicht zahlen, und schon Gezahltes können Sie zurückfordern. Das Problem ist der Nachweis des Üblichen. Holen Sie dafür nachträglich zwei Vergleichsangebote örtlicher Innungsbetriebe für denselben Einsatz ein, schriftlich und mit Datum. Damit belegen Sie das Missverhältnis.
Was tun, wenn der Monteur vor Ort mehr verlangt als vereinbart?
Die häufigste Situation ist diese: Am Telefon hieß es 89 Euro, vor Ort stellt der Monteur fest, dass genau dieser einfache Fall nicht vorliegt, und nennt 600 Euro. Jetzt entscheidet, was Sie vorher vereinbart haben und wie Sie reagieren. Ein vereinbarter Festpreis bindet den Betrieb. Ein Kostenvoranschlag ist dagegen nur eine Schätzung. Überschreitet sie die Kosten wesentlich, muss der Betrieb das unverzüglich anzeigen. Sie dürfen dann kündigen und zahlen nur die bis dahin erbrachte Leistung.
Haben Sie vor Arbeitsbeginn einen Gesamtpreis vereinbart, am besten schriftlich oder vor Zeugen?
Zahlen Sie diesen Preis und keinen Cent mehr. Zusätzliche Arbeiten, die Sie nicht verlangt haben, müssen Sie nicht bezahlen. Verlangen Sie eine Rechnung mit Einzelposten und zahlen Sie per Überweisung.
Liegt die Forderung mehr als doppelt so hoch wie das, was örtliche Betriebe für denselben Einsatz verlangen?
Droht der Monteur, die Anlage wieder abzuklemmen, Inkasso oder Polizei zu holen, oder verlangt er Bargeld sofort?
Rufen Sie selbst die 110. Nötigung ist strafbar, das schreiben alle Verbraucherzentralen gleichlautend. Zahlen Sie nichts in bar. Notieren Sie Kennzeichen, Namen und Uhrzeit.
Zahlen Sie nur den üblichen Betrag oder zahlen Sie ausdrücklich unter Vorbehalt und vermerken Sie das auf der Quittung. Fordern Sie den Rest schriftlich zurück und erstatten Sie Anzeige.
Verlangen Sie eine Rechnung mit Anschrift, Einzelposten, Zeitangabe und Umsatzsteuer. Prüfen Sie, ob die berechneten Teile eingebaut sind. Zahlen Sie nach Prüfung per Überweisung, nicht bar an der Tür.
Ein Punkt wird oft übersehen: das Widerrufsrecht. Verträge, die ein Unternehmer bei Ihnen zu Hause schließt, können Sie normalerweise 14 Tage lang widerrufen. Für dringende Reparaturen, um die Sie ausdrücklich gebeten haben, gilt das nicht. Die Ausnahme reicht aber genau so weit wie Ihre Bitte. Verkauft Ihnen der Monteur zusätzlich eine neue Unterverteilung, einen Überspannungsschutz oder einen Wartungsvertrag, den Sie nicht verlangt haben, bleibt dafür das Widerrufsrecht bestehen. Widerrufen Sie schriftlich, mit Datum und Nachweis des Zugangs.
Wo finden Sie einen seriösen Elektriker-Notdienst?
Der sicherste Weg führt über die Innung. Die Elektro-Innung ist der örtliche Zusammenschluss der Elektrobetriebe; nach Angaben des ZVEH gibt es 313 Innungen in zwölf Landesverbänden, die zusammen 49.113 Betriebe mit 451.050 Beschäftigten vertreten. Viele Innungen organisieren einen eigenen Notdienst mit wechselnden Mitgliedsbetrieben, und alle Mitgliedsbetriebe stehen in der Fachbetriebssuche des ZVEH. Der zweite Weg ist die Handwerkersuche der Handwerkskammern. Dort stehen nur Betriebe, die in der Handwerksrolle eingetragen sind, dem amtlichen Verzeichnis der zugelassenen Handwerksbetriebe.
Selbst prüfen
Sicherungen, Nachbarn, Netzbetreiber. Zuständig für Netzstörungen ist der Netzbetreiber, erreichbar über die Störungsnummer auf dem Zählerschrank. Dauer: fünf Minuten.
Betrieb auswählen
Innungs-Notdienst, ZVEH-Fachbetriebssuche oder Handwerkersuche der Handwerkskammer. Nur ein Betrieb mit Anschrift in Ihrer Stadt. Zuständig: Sie.
Preis festlegen
Am Telefon den Fall schildern, Gesamtpreis mit Anfahrt und Zuschlag nennen lassen, Name des Monteurs erfragen. Vor Ort den Preis vor Arbeitsbeginn bestätigen lassen.
Arbeit abnehmen
Der Monteur zeigt Ihnen, was defekt war und was er getauscht hat. Sie quittieren die Arbeitszeit auf dem Rapportzettel, wie es die Handwerkskammer Region Stuttgart empfiehlt, und behalten eine Kopie.
Rechnung zahlen
Rechnung mit Einzelposten prüfen, per Überweisung zahlen. Frist: die auf der Rechnung genannte, sonst nach Eingang. Rechnung zwei Jahre lang aufbewahren.
Ein ortsansässiger Innungsbetrieb ist nachts nicht billig. Auch er berechnet Anfahrt und Zuschlag, und ein Einsatz von einer Stunde kostet mit Zuschlag schnell einen dreistelligen Betrag. Der Unterschied liegt in der Nachprüfbarkeit: Der Betrieb hat eine Anschrift, einen Meister, einen Eintrag in der Handwerksrolle und ein Interesse daran, dass Sie ihn wieder rufen. Wie Sie einen Betrieb und sein Angebot im Detail prüfen, zeigt der Artikel Elektriker beauftragen. Bei Streit über die Rechnung können Sie außerdem die Schlichtungsstelle der Handwerkskammer anrufen, was die Verbraucherzentrale Hessen ausdrücklich empfiehlt.
Wie holen Sie zu viel gezahltes Geld zurück?
Haben Sie unter Druck gezahlt, ist das Geld nicht verloren. Ein wucherischer Vertrag ist nichtig, und was ohne wirksamen Vertrag gezahlt wurde, können Sie zurückverlangen. Die Verbraucherzentrale Hamburg formuliert es in ihrem Ratgeber vom Februar 2025 als Überschrift: Wucherpreise von Notdiensten, zahlen Sie nicht. Und wer schon gezahlt hat, fordert zurück.
- Schreiben Sie den Betrieb an, fordern Sie den Betrag über dem üblichen Preis zurück und setzen Sie eine Frist von zwei Wochen. Nennen Sie die beiden Vergleichsangebote, die Sie eingeholt haben.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2020 sind überhöhte Notdienstrechnungen strafrechtlich Wucher und Betrug, nicht nur ein zivilrechtlicher Streit.
- Melden Sie den Fall der Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes. Die Beratungsstellen nehmen Beschwerden auf und helfen beim Rückforderungsschreiben.
- Prüfen Sie einen Widerruf für alle Leistungen, die Sie nicht ausdrücklich verlangt haben. Nur die ausdrücklich verlangte Reparatur selbst ist vom Widerruf ausgeschlossen.
- Bewahren Sie Rechnung, Quittung, Fotos der Arbeit und Ihre Notizen zu Uhrzeit, Namen und Kennzeichen auf. Ohne Belege gibt es keine Rückforderung.
Bleibt der Betrieb stumm, bleibt der Weg über ein gerichtliches Mahnverfahren oder eine Klage beim Amtsgericht. Das Amtsgericht ist bis 10.000 Euro Streitwert zuständig, und dort brauchen Sie keinen Anwalt. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob der Betrieb überhaupt eine ladungsfähige Anschrift hat. Genau deshalb steht die Anschriftsprüfung vor dem Anruf und nicht nach der Rechnung.
Häufige Fragen
Darf ein Elektriker-Notdienst Barzahlung an der Tür verlangen?
Ein Elektriker-Notdienst darf Barzahlung nur verlangen, wenn Sie das vorher vereinbart haben, und auch dann nur gegen eine Rechnung mit Einzelposten. Die Verbraucherzentrale Hessen formuliert als Regel: Handwerker müssen die Arbeit vor der Bezahlung erbringen, Barzahlung nur nach vorheriger Vereinbarung und mit Rechnung. Wer ohne Vereinbarung Bargeld fordert oder Sie zum Geldautomaten schickt, zeigt das wichtigste Warnsignal für Abzocke.
Wie hoch darf der Zuschlag für einen Elektriker-Notdienst am Wochenende sein?
Für einen Elektriker-Notdienst am Wochenende oder nachts nennt die Verbraucherzentrale Hessen höchstens 50 bis 70 Prozent des Rechnungsbetrags als üblichen Zuschlag, erhoben nur auf Arbeits- und Fahrtzeit. Höhere Zuschläge gelten als branchenunüblich, und auf Material darf gar kein Zuschlag erhoben werden. Der Zuschlag ändert nichts an der Obergrenze des Bundesgerichtshofs: Mehr als das Doppelte des ortsüblichen Preises für denselben Einsatz ist Wucher.
Kann ich eine überhöhte Notdienstrechnung widerrufen?
Eine Notdienstreparatur, um die Sie ausdrücklich gebeten haben, können Sie nicht widerrufen. Leistungen, die der Monteur zusätzlich verkauft hat, etwa neue Bauteile oder einen Wartungsvertrag, fallen nicht unter diese Ausnahme und bleiben 14 Tage widerrufbar. Ist die Rechnung mehr als doppelt so hoch wie üblich, brauchen Sie keinen Widerruf: Der Vertrag ist dann wegen Wuchers nichtig.
Wer zahlt den Elektriker-Notdienst in einer Mietwohnung?
Für die feste Elektroinstallation einer Mietwohnung ist der Vermieter zuständig, weil er die Wohnung in einem gebrauchstauglichen Zustand erhalten muss. Rufen Sie bei einem Defekt in der Installation zuerst den Vermieter oder die Hausverwaltung an, viele haben einen Vertragsbetrieb mit Notdienst. Beauftragen Sie selbst einen Notdienst, sind Sie zunächst der Vertragspartner und müssen die Rechnung anschließend beim Vermieter geltend machen. Defekte an Ihren eigenen Geräten zahlen Sie selbst.
Was mache ich, wenn der FI-Schalter nachts auslöst und sich nicht mehr einschalten lässt?
Wenn der FI-Schalter nachts auslöst, stecken Sie zuerst alle Geräte des betroffenen Bereichs aus und schalten ihn einmal ein. Bleibt er oben, war ein Gerät die Ursache, und Sie finden es durch einzelnes Wiedereinstecken. Fällt er ohne angeschlossene Geräte sofort wieder, liegt der Fehler in der Installation. Lassen Sie den Schalter dann aus und rufen Sie am nächsten Morgen einen Innungsbetrieb, es sei denn, Heizung, Kühlgeräte oder medizinische Geräte hängen an dem Stromkreis.
Ist ein Stromausfall im ganzen Haus ein Fall für den Elektriker-Notdienst?
Ein Stromausfall im ganzen Haus ist meist ein Fall für den Netzbetreiber, nicht für den Elektriker-Notdienst. Fragen Sie die Nachbarn oder sehen Sie nach der Straßenbeleuchtung. Sind andere betroffen, liegt die Störung im Netz, und Sie rufen die Störungsnummer des Netzbetreibers an, die auf dem Zählerschrank steht. Die Bundesnetzagentur zählt für 2024 im Schnitt 11,7 Minuten Unterbrechung je Verbraucher im ganzen Jahr; die meisten Störungen sind nach kurzer Zeit behoben.
