Elektrikerverzeichnis

Ratgeber

Was kostet ein Elektriker pro Stunde?

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Der Stundensatz eines Elektrikers liegt deutlich über dem Mindestlohn von 14,93 Euro im Elektrohandwerk, denn er trägt auch Lohnnebenkosten, Fahrzeug, Werkzeug und Gewinn. Eine amtliche Preisstatistik dafür gibt es nicht, jeder Betrieb kalkuliert selbst. Dazu kommen Anfahrt, Material und oft eine Mindestpauschale für kleine Aufträge.

Mindestlohn im Elektrohandwerk 2026
14,93 Euro je Stunde
Zoll, Übersicht Branchen-Mindestlöhne, Elektrohandwerke, Stand 1. Januar 2026
Mindestlohn ab 1. Januar 2027
15,49 Euro je Stunde
Zoll, Übersicht Branchen-Mindestlöhne, Elektrohandwerke, Stand 1. Januar 2026
Preisanstieg Elektroinstallation im Neubau
plus 6,4 Prozent binnen eines Jahres
Statistisches Bundesamt (Destatis), Baupreise für Wohngebäude Mai 2026, Stand 1. Mai 2026
Zange und Spannungsprüfer eines Elektrikers neben einem Stapel Münzen auf einem Holztisch
Die Zange eines Elektrikers neben einem Stapel Münzen. Bild: KI generiert.

Wie setzt sich der Stundensatz einer Elektrofachkraft zusammen?

Eine amtliche Statistik zu den Stundensätzen im Elektrohandwerk gibt es nicht, weder beim Statistischen Bundesamt noch bei den Handwerkskammern. Jeder Betrieb legt seinen Satz selbst fest. Er rechnet dafür den Lohn der Monteurin oder des Monteurs, die Sozialabgaben, Fahrzeug, Werkzeug und einen Gewinnanteil zusammen.

Eine Untergrenze lässt sich belegen. Seit dem 1. Januar 2026 gilt im Elektrohandwerk ein Mindestlohn von 14,93 Euro je Stunde, und zwar für jeden Betrieb, egal ob er einem Tarifvertrag angehört. Ab 2027 steigt er auf 15,49 Euro, ab 2028 auf 16,10 Euro. Ihr Stundensatz muss diesen Lohn plus Abgaben, Fahrzeug und Gewinn tragen. Er liegt deshalb deutlich darüber.

Dazu werden Elektroarbeiten teurer. Beim Neubau von Wohngebäuden lagen die Preise für Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik im Mai 2026 um 6,4 Prozent über dem Vorjahr, meldet das Statistische Bundesamt. Der Neubau insgesamt verteuerte sich um 5,0 Prozent. Ein Angebot von vor einem Jahr taugt deshalb kaum noch als Vergleich.

Was kommt zum Stundensatz noch dazu?

Der Stundensatz ist nur ein Posten von mehreren. Eine Rechnung besteht aus Anfahrt, Arbeitszeit, Material und bei kleinen Aufträgen oft aus einer Mindestpauschale. Vergleichen Sie deshalb nie nur den Stundenpreis zweier Betriebe, sondern die Endsumme für denselben Auftrag.

Die vier Posten einer Elektriker-Rechnung, was normal ist und was Sie hinterfragen sollten.
PostenWas normal istWas Sie hinterfragen sollten
AnfahrtEine Pauschale oder ein Preis je Kilometer ab dem BetriebssitzAnfahrt aus einer anderen Stadt, obwohl der Betrieb mit Ihrem Ort wirbt
ArbeitszeitAbrechnung nach tatsächlicher Zeit, oft in Viertel- oder halben StundenEine Pauschale ohne jede Zeitangabe
Mindestpauschale bei KleinaufträgenEine Mindestzeit, weil Anfahrt und Vorbereitung immer anfallenEine Pauschale, die Ihnen vorher niemand genannt hat
MaterialKleinteile zum Listenpreis, größere Teile nach RückspracheEin Vielfaches des Ladenpreises oder Teile, die gar nicht verbaut wurden

Kleine Aufträge wirken pro Minute teuer, weil Anfahrt und Vorbereitung immer gleich viel Zeit kosten, ob der Betrieb nun eine Steckdose oder zehn tauscht. Das ist nachvollziehbar. Fragen Sie trotzdem vorher, ob es eine Mindestpauschale gibt und wie hoch sie ist.

Was muss im Angebot stehen, damit Sie es vergleichen können?

Ein Angebot mit Festpreis bindet den Betrieb an die genannte Summe. Ein Kostenanschlag ist nur eine Schätzung. Wird absehbar, dass die Arbeit deutlich mehr kostet, muss der Betrieb Ihnen das unverzüglich sagen, und Sie können den Auftrag kündigen.

Die Verbraucherzentrale rät, Kostenvoranschläge einzuholen, die Leistungen und benötigtes Material möglichst genau aufführen. Nur dann lassen sich Preise und Materialkosten mehrerer Betriebe vergleichen. Haben Sie keinen Preis vereinbart, gilt die übliche Vergütung, also der Preis, den Elektrobetriebe am Ort für dieselbe Arbeit verlangen.

Wie Sie außerdem prüfen, ob ein Betrieb zugelassen ist, steht im Beitrag zum Elektriker beauftragen.

Wie erkennen Sie ein unrealistisch günstiges Angebot?

Ein Gesamtpreis von 30 oder 40 Euro für eine Arbeitsstunde deckt kaum Lohn, Abgaben, Fahrzeug und Material, denn schon der Mindestlohn liegt bei 14,93 Euro je Stunde. Solche Preise sind oft Lockpreise, wie sie auch bei überteuerten Elektriker-Notdiensten vorkommen. Der Rest der Rechnung kommt dann vor Ort dazu.

Fragen Sie deshalb am Telefon immer nach dem Gesamtpreis für Ihren Auftrag, nicht nur nach dem Stundensatz. Weicht der Betrieb aus, suchen Sie sich einen anderen.

So machen Sie drei Angebote vergleichbar

Wer mehrere Angebote einholt, sollte allen dieselbe Aufgabe stellen. Nur dann sagt der Preis etwas über den Betrieb aus.

  1. Beschreiben Sie allen Betrieben denselben Auftrag mit derselben Beschreibung des Aufwands.
  2. Verlangen Sie eine Aufschlüsselung nach Anfahrt, Arbeitszeit, Material und einer möglichen Mindestpauschale.
  3. Fragen Sie nach einem Festpreis für den beschriebenen Auftrag, nicht nur nach dem Stundensatz.
  4. Vergleichen Sie die Endsumme für denselben Auftrag, nicht den nackten Stundenpreis.
  5. Prüfen Sie bei sehr niedrigen Angeboten, ob der Preis überhaupt Lohn, Fahrzeug und Material deckt.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Mindestlohn für Elektriker 2026?

Der Mindestlohn im Elektrohandwerk liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 14,93 Euro je Stunde. Er gilt für jeden Betrieb, unabhängig von einer Tarifbindung. Ab 2027 steigt er auf 15,49 Euro, ab 2028 auf 16,10 Euro. Der Stundensatz auf einer Rechnung liegt deutlich darüber, weil Fahrzeug, Werkzeug und Gewinn mit eingerechnet sind.

Warum unterscheiden sich die Stundensätze von Elektrobetrieben so stark?

Die Stundensätze von Elektrobetrieben unterscheiden sich, weil jeder Betrieb seinen Satz selbst kalkuliert, aus Lohn, Sozialabgaben, Fahrzeug, Werkzeug und Gewinn. Eine amtliche Vorgabe für die Höhe gibt es nicht, nur den Mindestlohn als Untergrenze. Fragen Sie deshalb mehrere Betriebe nach dem Gesamtpreis für denselben Auftrag.

Darf ein Elektriker für einen Kostenanschlag Geld verlangen?

Ein Elektriker darf für einen Kostenanschlag nur dann Geld verlangen, wenn Sie das vorher ausdrücklich vereinbart haben. Ohne eine solche Absprache ist das Erstellen kostenlos. Fragen Sie am besten schon am Telefon danach, bevor jemand zu Ihnen kommt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Angebot und einem Kostenanschlag?

Ein Angebot mit Festpreis bindet den Betrieb an die genannte Summe. Ein Kostenanschlag ist nur eine Schätzung, deren deutliche Überschreitung der Betrieb unverzüglich melden muss. Verlangen Sie für eine planbare Arbeit ein Angebot, dann kennen Sie die Summe vorher.

Warum berechnen Elektriker eine Mindestpauschale für kleine Reparaturen?

Ein Elektriker berechnet eine Mindestpauschale, weil Anfahrt und Vorbereitung immer gleich viel Zeit kosten, egal wie kurz die eigentliche Arbeit dauert. Eine Mindestpauschale für Kleinaufträge ist deshalb nachvollziehbar. Fragen Sie vorher nach ihrer Höhe, damit sie Sie nicht überrascht.

Was zählt zur Arbeitszeit auf einer Elektriker-Rechnung?

Zur Arbeitszeit auf einer Elektriker-Rechnung zählt die reine Ausführung, oft auch Vor- und Nacharbeit wie Abklemmen und Prüfen. Fahrzeit steht meist getrennt als Anfahrt auf der Rechnung. Lassen Sie sich beides im Angebot getrennt ausweisen, dann erkennen Sie doppelte Posten sofort.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Übersicht Branchen-Mindestlöhne: Elektrohandwerke, 14,93 Euro (2026) bis 16,10 Euro (2028), Generalzolldirektion (Zoll),
  2. Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025 (Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen: +6,4 %), Statistisches Bundesamt (Destatis),
  3. Handwerker: Was bei einem Auftrag zu beachten ist (Stand 3. Februar 2026), Verbraucherzentrale Bundesverband,
  4. § 632 BGB, Vergütung (übliche Vergütung, Kostenanschlag), Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. § 649 BGB, Kostenanschlag (Anzeigepflicht bei wesentlicher Überschreitung), Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

Einsatz von Sprachmodellen

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Stand dieser Angaben: 26. September 2026.