Passt Kabel oder Funk zu Ihrem Gebäude?
Die Entscheidung zwischen Kabel und Funk trifft der Bauzustand, nicht der Katalog. Ein kabelgebundenes System braucht zu jeder Verbrauchsstelle, die gesteuert werden soll, eine eigene Leitung. Deshalb hält die Verbraucherzentrale es nur bei Renovierung oder Neubau für sinnvoll, und sie nennt dafür Kosten von mehreren tausend Euro. Ein funkbasiertes System kommt dagegen ohne neue Leitungen aus. Es lässt sich auch im Altbau und in der Mietwohnung einbauen und beginnt nach Verbraucherzentrale bei mehreren hundert Euro für ein Einstiegsset. Dafür ist Funk anfälliger für Störungen, und die meisten Funkgeräte brauchen Batterien. Für KNX gibt es mehr als 500 Hersteller und über 8.000 zertifizierte Geräte, bei Funk verteilen sich die Geräte auf mehrere offene Standards.
| Merkmal | Kabelgebunden (KNX) | Funk (Zigbee, Z-Wave, Matter über Thread oder WLAN, EnOcean) |
|---|---|---|
| Einbauzeitpunkt | Neubau oder Kernsanierung, Busleitung liegt unter Putz neben der Stromleitung | Jederzeit, auch in bewohnten Räumen und in Mietwohnungen |
| Kosten laut Verbraucherzentrale | Mehrere tausend Euro | Einstiegssets ab mehreren hundert Euro |
| Störanfälligkeit | Gering, eigene Leitung, keine Funkstörungen | Höher; Reichweite durch Wände und Decken begrenzt, Funkkanäle geteilt |
| Stromversorgung der Sensoren | Über die Busleitung, keine Batterien | Batterien in Tastern und Sensoren; Ausnahme EnOcean, das Energie aus dem Tastendruck oder Licht gewinnt |
| Herstellerbindung | Offener Standard, international genormt, mehr als 500 Hersteller, über 8.000 zertifizierte Geräte | Offene Standards Zigbee, Z-Wave, Bluetooth LE, EnOcean, WLAN und Matter; daneben geschlossene Systeme einzelner Hersteller |
| Wer installiert | Elektrofachbetrieb mit KNX-Kenntnissen, Inbetriebnahme mit der Software ETS | Steckbare Geräte selbst; Unterputzaktoren an 230 Volt durch den Elektrofachbetrieb |
| Lebensdauer der Installation | Leitung bleibt Jahrzehnte, Geräte tauschbar | Abhängig von Funkstandard, Hersteller und Update-Zusage |
Wie verbreitet die Technik ist, zeigt das Statistische Bundesamt. 2024 hatten 66,8 Prozent der Haushalte einen Smart-TV, aber erst 16,1 Prozent ein smartes Energiemanagementsystem. Ein solches System steuert Heizung, Licht oder Rollläden. 2022 waren es erst 9,7 Prozent. Die Steuerung der Elektroinstallation ist damit noch eine Minderheitstechnik, wächst aber am schnellsten von allen.
Wie funktioniert KNX, und warum ist es herstellerunabhängig?
KNX ist ein Bussystem. Alle Taster, Sensoren und Aktoren hängen an einer gemeinsamen Datenleitung, dem Bus, und tauschen darüber kurze Nachrichten aus, die Telegramme heißen. Ein Taster ist ein Sensor: Er sendet ein Telegramm. Ein Aktor, etwa ein Schaltaktor im Verteiler, empfängt es und schaltet die Leuchte. Der Lichtschalter ist also nicht mehr fest mit der Leuchte verdrahtet, sondern ein Programm im Aktor entscheidet, was auf welchen Tastendruck passiert. Deshalb lässt sich in einem KNX-Haus die Funktion jedes Tasters später ändern, ohne eine Wand zu öffnen.
Herstellerunabhängig ist KNX, weil es ein offener, weltweit genormter Standard ist. Nach Angaben der KNX Association stellen mehr als 500 Hersteller über 8.000 zertifizierte Geräte her, und das KNX-Logo garantiert, dass Geräte verschiedener Hersteller miteinander arbeiten. Programmiert wird die Anlage mit einer einzigen Software, der ETS, die für alle Hersteller gilt. Ein Betrieb, der KNX kann, hat dafür eine Schulung in einem zertifizierten Schulungszentrum besucht; fragen Sie nach dem Nachweis.
- Jedes Gerät bekommt eine feste Adresse. Funktionen werden über sogenannte Gruppenadressen verbunden, etwa alle Leuchten im Erdgeschoss zu einem Schaltbefehl.
- Die Busleitung wird neben der Stromleitung verlegt und versorgt Taster und Sensoren mit Strom; Batterien entfallen.
- KNX gibt es auch als Funkvariante (KNX RF) und über das Heimnetz (KNX IP); beide dienen als Ergänzung, wo keine Busleitung liegt.
- Die Dokumentation aus der ETS gehört zur Hausakte. Ohne das Projektfile kann ein späterer Betrieb die Anlage nicht ändern.
Welche Funkstandards gibt es, und was unterscheidet sie?
Bei Funk ist der Standard die wichtigste Kaufentscheidung, weil er bestimmt, ob Sie später Geräte anderer Hersteller ergänzen können. Die Verbraucherzentrale nennt als offene Standards mit Produkten mehrerer Hersteller Bluetooth LE, EnOcean, WLAN, Z-Wave und Zigbee. Geschlossene Systeme funktionieren dagegen nur mit Produkten eines einzigen Herstellers. Dazu kommt Matter, ein Standard der Connectivity Standards Alliance, hinter der unter anderem Amazon, Apple, Google und Samsung stehen. Matter läuft über WLAN und über das Funknetz Thread und bindet Geräte per Bluetooth Low Energy ein. Die Alliance nennt als Merkmal die lokale Verbindung im eigenen Heimnetz.
Für die Elektroinstallation heißt das: Ein Funksystem braucht in der Regel eine Zentrale, die im Heimnetz hängt und die Geräte verbindet. Bei Zigbee und Thread bilden die netzbetriebenen Geräte ein vermaschtes Netz, in dem jedes Gerät die Reichweite erweitert. Batteriebetriebene Sensoren tun das nicht. Haben Sie eine große Wohnung oder dicke Decken, verteilen Sie deshalb netzbetriebene Geräte wie Unterputzaktoren oder Zwischenstecker so über die Räume, dass jeder Sensor einen Nachbarn in Reichweite hat. EnOcean nimmt eine Sonderstellung ein: Seine Taster gewinnen die Energie aus dem Tastendruck, seine Sensoren aus Licht. Beide brauchen deshalb weder Batterie noch Leitung.
Was gehört bei Neubau und Sanierung in die Planung?
Für die Planung gibt es eine Richtlinie, die Bauherren und Elektrobetriebe dieselbe Sprache sprechen lässt. Herausgegeben wird sie von der HEA, der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung, zuletzt im Februar 2023. Sie beschreibt die Mindestausstattung einer Wohnung mit Steckdosen, Stromkreisen und Anschlüssen und ergänzt zwei höhere Komfortstufen. Die Richtlinie gilt für Neubau und Modernisierung, für Ein- wie Mehrfamilienhäuser.
| Ausstattungswert | Kennzeichnung | Was er verlangt |
|---|---|---|
| 1 | ein Stern | Die Mindestzahl an Steckdosen, Anschlüssen und Stromkreisen je Raum |
| 2 | zwei Sterne | Standardausstattung mit mehr Steckdosen, Anschlüssen und Stromkreisen je Raum |
| 3 | drei Sterne | Komfortausstattung, die höchste Stufe der konventionellen Elektroinstallation |
| 1 plus | ein Plus | Vorbereitung für die spätere Technik: Leerrohre, Busleitungen und Reserveplätze im Verteiler, aber noch ohne fertige Funktionen |
| 2 plus | zwei Plus | Vorbereitung plus die Funktionen von mindestens einem Bereich |
| 3 plus | drei Plus | Vorbereitung plus die Funktionen von mindestens zwei Bereichen |
Die Plus-Werte verweisen auf fünf mögliche Funktionsbereiche:
- Beleuchtung: Schalten, Dimmen, Szenen und Anwesenheitsmeldung.
- Sonnenschutz, Tore und Fensterantriebe: Fahren, Position und Status.
- Heizen, Lüften und Kühlen: Raumtemperaturregelung, Fensterüberwachung und bedarfsgesteuerte Lüftung.
- Sicherheit: Zutritt, Einbruchmeldung, Anwesenheitssimulation und Panikschaltung.
- Energiemanagement: steuert Erzeuger und Verbraucher und bindet die Zähler ein.
Die Richtlinie verlangt für Mehrraumwohnungen einen Stromkreisverteiler mit mindestens vier Reihen. Bei den Plus-Werten richtet sich seine Größe nach den einzubauenden Geräten plus Reserve. Wer eine Wallbox in der Garage plant, findet dafür in der Richtlinie eine eigene Fußnote.
- Legen Sie fest, welche der fünf Funktionsbereiche Sie heute wollen und welche Sie sich offenhalten. Aus dieser Liste ergibt sich der Ausstattungswert, den Sie mit dem Betrieb vereinbaren.
- Vereinbaren Sie mindestens den Wert 1 plus, also die Vorbereitung: Busleitung oder Leerrohre zu jedem Taster und jeder Leuchte, Rollladen- und Heizkreisverteiler, und einen Verteiler mit Reserveplätzen. Die Vorbereitung ist im Rohbau billig und später unbezahlbar.
- Entscheiden Sie das System: KNX für die dauerhafte Installation, Funk als Ergänzung für Räume, die später dazukommen. Beides zusammen ist üblich.
- Planen Sie das Heimnetz mit: Netzwerkdosen und ein Platz für Router und Zentrale im Verteilerraum, damit die Steuerung nicht am WLAN einer Ecke hängt.
- Verlangen Sie die Dokumentation: Stromlaufpläne, die Belegung des Verteilers, das ETS-Projekt bei KNX und das Prüfprotokoll. Ohne sie ist das Haus für den nächsten Betrieb eine Blackbox.
Wie rüsten Sie eine bewohnte Wohnung nach?
In einer bewohnten Wohnung ohne anstehende Sanierung ist Funk fast immer der bessere Weg, weil niemand für einen smarten Lichtschalter den Flur aufstemmt. Die Frage ist dann nicht Kabel oder Funk, sondern welcher Teil der Installation angefasst wird. Alles, was Sie einstecken, dürfen Sie selbst installieren: Zwischenstecker, Heizkörperthermostate, batteriebetriebene Taster, Bewegungsmelder, Bridges. Alles, was in die feste Installation eingreift, gehört zum Elektrofachbetrieb: Unterputzaktoren hinter Schaltern, Rollladenaktoren, Aktoren im Verteiler. Solche Änderungen an Ihrer festen Anlage darf nur ein Betrieb ausführen, den Ihr Netzbetreiber als Elektrofachbetrieb zulässt. Wie Sie einen passenden Betrieb finden und sein Angebot prüfen, zeigt der Artikel Elektriker beauftragen.
Steht in den nächsten Jahren eine Sanierung an, bei der Wände geöffnet werden?
Planen Sie mindestens die Vorbereitung (Wert 1 plus) mit Busleitung oder Leerrohren und entscheiden Sie dann zwischen KNX und Funk. Jede Leitung, die jetzt nicht liegt, kostet später ein Vielfaches.
Wohnen Sie zur Miete?
Funk mit steckbaren Geräten: Heizkörperthermostate, Zwischenstecker, Funktaster, Leuchtmittel mit Funk. Nichts davon greift in die Installation ein, und beim Auszug nehmen Sie alles mit. Für einen Unterputzaktor brauchen Sie die Erlaubnis des Vermieters und einen Elektrofachbetrieb.
Wollen Sie bestehende Wandschalter und Rollläden einbinden?
Funk mit Unterputzaktoren, die der Elektrofachbetrieb hinter die vorhandenen Schalter setzt. Voraussetzung ist Platz in der Schalterdose und meist ein Neutralleiter in der Dose; das prüft der Betrieb vorab. Verteilen Sie Zentrale und netzbetriebene Geräte so, dass jeder Raum Funkreichweite hat.
Funk mit steckbaren Geräten reicht. Beginnen Sie mit der Heizung, weil dort die Ersparnis von zwei bis acht Prozent Heizkosten liegt, und erweitern Sie raumweise.
Standard wählen
Ein offener Funkstandard (Zigbee, Z-Wave, Matter, EnOcean) und eine Zentrale, die lokal im Heimnetz arbeitet. Zuständig: Sie, vor dem ersten Kauf.
Mit einem Raum beginnen
Heizkörperthermostate und ein Zwischenstecker in einem Raum. Prüfen Sie Reichweite, Bedienung und ob die Familie mitmacht, bevor Sie die Wohnung ausstatten.
Feste Installation durch den Betrieb
Unterputzaktoren, Rollladenaktoren, Aktoren im Verteiler setzt der Elektrofachbetrieb; er prüft Dosen, Neutralleiter und die Absicherung und übergibt ein Prüfprotokoll. Bei Renovierung und Modernisierung sind die Arbeitskosten zu 20 Prozent steuerlich absetzbar.
Absichern und dokumentieren
Passwörter, Updates, Gastnetz nach den Regeln des BSI; Liste aller Geräte mit Standort und Batterietyp in die Hausakte.
Wie sichern Sie das Smart Home gegen Angriffe und Datenabfluss?
Ein Smart Home ist ein Netzwerk aus Computern, und das BSI behandelt es so. Seine Empfehlungen für Verbraucher beginnen vor dem Kauf. Prüfen Sie, ob der Hersteller Softwareupdates über die typische Nutzungsdauer des Geräts zusagt. Klären Sie außerdem, welche Sensoren das Gerät hat, welche Daten es erfasst und wo es sie speichert. Ein Gerät ohne Sicherheitsupdates sollte ausgetauscht werden, weil offene Schwachstellen ausgenutzt werden. Die Verbraucherzentrale ergänzt die Datenschutzseite: Kameras, Standortdaten und Sprachbefehle landen bei Cloudsystemen auf fremden Servern, Mikrofone sind nicht immer erkennbar, und manche Anbieter geben Daten an Dritte weiter.
- Standardpasswörter ändern, für jedes Gerät ein eigenes; das BSI nennt mindestens 8 Zeichen, für das WLAN besser 20.
- Router-Firewall aktivieren, Router-Firmware aktuell halten und UPnP im Router abschalten, damit Geräte keine Ports von sich aus öffnen.
- Ein eigenes WLAN oder Gastnetz für die Smart-Home-Geräte einrichten, getrennt von Rechnern mit Bankdaten und Fotos.
- Automatische Updates aktivieren, wo es geht; Geräte ohne Update-Zusage nicht kaufen.
- Fernzugriff nur, wenn Sie ihn brauchen; sonst bleibt das System im Heimnetz. Verschlüsselte Übertragung vor dem Kauf erfragen.
- Vor dem Kauf klären, welche Funktionen ohne Cloud laufen und was passiert, wenn der Hersteller seinen Dienst einstellt.
Was kostet ein Smart Home, und was spart es?
Eine belastbare bundesweite Preisstatistik für Smart-Home-Installationen gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale nennt zwei Größenordnungen: Einstiegssets für Funksysteme ab mehreren hundert Euro und kabelgebundene Systeme, die mehrere tausend Euro kosten. Wie viel es bei Ihnen wird, hängt von der Zahl der Räume, der Funktionsbereiche und davon ab, ob Leitungen gelegt werden müssen. Holen Sie deshalb für ein kabelgebundenes System ein Angebot mit Positionen je Funktionsbereich ein. Ein Angebot, das nur eine Summe für das Smart Home nennt, lässt sich weder vergleichen noch kürzen.
Auf der Sparseite ist die Verbraucherzentrale zurückhaltend. Für eine Heizungssteuerung mit automatischer Absenkung nennt sie zwei bis acht Prozent Heizkosten, und sie bewertet Herstellerangaben zur Energieersparnis als überzogen. Sie verweist auf eine Studie des Öko-Instituts, nach der Smart-Home-Lösungen, die auf Komfort zielen, den Stromverbrauch eher erhöhen als senken, weil Zentralen, Aktoren und Sprachassistenten selbst Strom brauchen. Wer sparen will, beginnt bei der Heizung und nicht bei der Beleuchtung.
Ein Punkt spricht bei jeder Kostenrechnung für die Vorbereitung im Rohbau. Die Busleitung und die Leerrohre sind der Teil, der Jahrzehnte hält. Zentralen und Funkstandards wechseln dagegen in Zyklen von wenigen Jahren. Wer beim Bau die Vorbereitung einplant und die Geräte erst kauft, wenn er sie braucht, gibt das Geld in der richtigen Reihenfolge aus.
Häufige Fragen
Kann ich KNX in einer bestehenden Wohnung nachrüsten?
KNX lässt sich in einer bestehenden Wohnung nur nachrüsten, wenn Sie Wände öffnen oder Leerrohre haben, weil das System eine eigene Busleitung zu jedem Taster und jeder Leuchte braucht. Die Verbraucherzentrale hält kabelgebundene Systeme deshalb nur bei Renovierung oder Neubau für sinnvoll. Für einzelne Räume gibt es KNX RF als Funkvariante und KNX IP über das Heimnetz; in einer bewohnten Wohnung ohne Sanierung ist ein offener Funkstandard der praktikablere Weg.
Was ist Matter, und brauche ich es?
Matter ist ein Smart-Home-Standard der Connectivity Standards Alliance, hinter der unter anderem Amazon, Apple, Google und Samsung stehen. Er arbeitet über WLAN und das Funknetz Thread, bindet Geräte per Bluetooth Low Energy ein und steuert lokal im Heimnetz. Brauchen tun Sie Matter nicht; es macht Geräte verschiedener Hersteller in einer Zentrale bedienbar. Wer neu kauft, nimmt Geräte mit Matter-Zertifizierung, um sich nicht an einen Hersteller zu binden.
Wie viel Heizkosten spart eine smarte Heizungssteuerung?
Eine smarte Heizungssteuerung mit automatischer Absenkung spart nach Angaben der Verbraucherzentrale zwischen zwei und acht Prozent der Heizkosten. Höhere Herstellerangaben bewertet die Verbraucherzentrale als überzogen. Bei der Beleuchtung und bei Komfortfunktionen ist nach einer Studie des Öko-Instituts eher mit Mehrverbrauch zu rechnen, weil Zentralen, Aktoren und Sprachassistenten selbst Strom brauchen.
Darf ich Smart-Home-Schalter und Aktoren selbst einbauen?
Steckbare Smart-Home-Geräte wie Zwischenstecker, Heizkörperthermostate, Funktaster und Bridges dürfen Sie selbst einbauen, weil sie nicht in die feste Installation eingreifen. Unterputzaktoren hinter Schaltern, Rollladenaktoren und Aktoren im Verteiler sind dagegen Arbeiten an der festen Elektroanlage. Die darf nur ein Betrieb ausführen, den Ihr Netzbetreiber als Elektrofachbetrieb zulässt. Der Betrieb prüft Dosen, Neutralleiter und Absicherung und übergibt ein Prüfprotokoll.
Welche Elektroausstattung sollte ein Neubau für ein späteres Smart Home haben?
Ein Neubau sollte mindestens die Vorbereitung für spätere Gebäudetechnik haben: Busleitung oder Leerrohre zu Tastern und Leuchten, Antriebe für Rollläden und einen Stromkreisverteiler mit Reserveplätzen, in Mehrraumwohnungen mindestens vierreihig. Höhere Ausstattungsstufen führen zusätzlich einen oder zwei der fünf Funktionsbereiche direkt aus: Beleuchtung, Sonnenschutz, Heizen und Lüften, Sicherheit, Energiemanagement.
Wie viele Haushalte in Deutschland nutzen Smart-Home-Technik?
Nach dem Statistischen Bundesamt hatten 2024 von 38,7 Millionen Haushalten 66,8 Prozent einen Smart-TV und 22,7 Prozent einen Smart Speaker. Ein smartes Haushaltsgerät nutzten 18,0 Prozent, ein smartes Energiemanagementsystem 16,1 Prozent und ein smartes Sicherheitssystem 12,2 Prozent. Die Steuerung von Heizung, Licht oder Sicherheit über die Elektroinstallation nutzt damit rund jeder sechste Haushalt; 2022 waren es beim Energiemanagement erst 9,7 Prozent.
